Pressemeldung der LAG 26.9.2011
Trotz Schülerrückgang ist die Zahl der Erstklässler an den badenwürttembergischen
Waldorfschulen nahezu stabil
Während die Zahl der Erstklässler in Baden-Württemberg seit 2004
kontinuierlich sinkt, haben 56 Waldorfschulen im Land annähernd stabile
Einschulungszahlen zu verzeichnen. In Baden-Württemberg wurden laut
statistischem Landesamt im September rund 96 100 Jungen und Mädchen
eingeschult. Der Landesverband der Freien Waldorfschulen hat nun die exakten
Zahlen ermittelt.
Wurden 2009 1.717 Kinder an eine Waldorfschule in Baden-Württemberg eingeschult, so
sind es im neuen Schuljahr 2011/2012 1.654 Kinder. “Wir können es wirklich als Erfolg
verbuchen, dass wir angesichts des allgemeinen Schülerrückgangs im Land unsere
Schülerzahl ungefähr halten können“, so Martin Laude, Mitglied im Vorstand des
Landesverbandes. Der Trend zugunsten des freien Schulwesens setze sich somit auch in
diesem Schuljahr fort, meint der Pädagoge weiter.
Insgesamt wurden in Baden-Württemberg rund 96.100 Jungen und Mädchen in diesem
Jahr in die ersten Klassen aufgenommen. Das statistische Landesamt hatte
prognostiziert, dass im laufenden Schuljahr etwa 1.600 Kinder eine Waldorfschule
besuchen werden. Tatsächlich sind es am ersten Schultag 1.654 Schülerinnen und
Schüler, wie nun eine Erhebung des Landesverbandes ergeben hat. Dies sind 1,72% des
Schülerjahrgangs. 826 Schüler sind Mädchen, 828 Jungen. Die Verteilung der
Geschlechter in den einzelnen Klassen schwankt zum Teil erheblich. So gibt es an
einzelnen Schulen eine Mädchendominanz, an anderen wiederum sind die Jungen in der
Überzahl.
Das Bild an den einzelnen Waldorfschulen in Baden-Württemberg ist von Schule zu
Schule unterschiedlich. An manchen Orten wäre noch Kapazität vorhanden, mehr Schüler
in die ersten Klassen aufzunehmen, an einigen Orte konnten nicht alle anfragenden
Schüler aufgenommen werden.
Ein Hinderungsgrund für Eltern, von ihrem grundgesetzlich garantierten Recht auf freie
Schulwahl Gebrauch zu machen, sind notwendige Schulgelder. Jede Waldorfschule
versucht hier einen Sozialausgleich. Entscheidend für die Höhe der Schulbeiträge ist
jedoch die Höhe der Landeszuschüsse. „Hier setzen wir große Hoffungen auf die neue
Regierung und die sie tragenden Parteien. Sie sind jetzt gefordert, bei den anstehenden
Haushaltsberatungen ein deutliches Zeichen zu setzen“, betont Laude.
Die Waldorfschulzeit dauert zwölf Jahre. Schüler aller Begabungsstufen bleiben während
dieser Zeit in einer Klasse zusammen. Ohne Notendruck und Nichtversetzung durchlaufen
sie ihre Schulzeit. Erst am Ende der Schulzeit entscheidet sich, welcher Schüler welchen
staatlichen Schulabschluss macht. Überdurchschnittlich viele verlassen die Schule mit
einem hochwertigen staatlichen Bildungsabschluss.
In Baden-Württemberg sind 56 Waldorfschulen Mitglied in der
Landesarbeitsgemeinschaft. Rund 23.800 Schüler besuchen im Schuljahr 2011 / 2012
eine Waldorfschule in Baden-Württemberg.
http :// www. waldorf-bw .de
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